Die historische Person

Evelina
Haverfield

1867–1920

Suffragette, Organisatorin und humanitäre Helferin – eine Frau, deren tatsächliches Leben außergewöhnlicher war als jede Legende.

Historisches Porträt von Evelina Haverfield in Uniform
Porträt von Beatrice Cundy · Wellcome Collection · CC BY 4.0

Wer sie war

Ein Leben zwischen Privileg, Protest und praktischer Hilfe.

Evelina Haverfield wurde am 9. August 1867 als Evilena Scarlett auf Inverlochy Castle in Schottland geboren. Sie entstammte einer aristokratischen Familie, nutzte ihre gesellschaftliche Stellung jedoch nicht als Rückzugsort, sondern als Ausgangspunkt für politisches und humanitäres Handeln.

Sie wurde zu einer entschlossenen Vertreterin des Frauenwahlrechts, arbeitete während des Ersten Weltkriegs für die Scottish Women’s Hospitals und widmete ihre letzten Lebensjahre der Hilfe für die Menschen in Serbien.

Stationen ihres Lebens

Nicht Zuschauerin,
sondern Beteiligte.

Herkunft und eigenes Leben

Als Tochter von William Scarlett, 3. Baron Abinger, wuchs sie in privilegierten Verhältnissen auf. Aus ihrer ersten Ehe mit Henry Wykeham Brooke Tunstall Haverfield gingen zwei Söhne hervor. Nach seinem Tod heiratete sie 1899 Major John Henry Balguy; sie lebten später getrennt. Den Namen Haverfield behielt sie.

Kampf für das Frauenwahlrecht

Haverfield schloss sich der Women’s Social and Political Union um Emmeline Pankhurst an. Sie beteiligte sich an militanten Protesten, wurde verhaftet und trat öffentlich für die politische Gleichberechtigung von Frauen ein. Ihr Einsatz verband persönliche Unabhängigkeit mit organisierter politischer Aktion.

Organisation statt Legende

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs half sie beim Aufbau des Women’s Emergency Corps. 1915 ging sie mit den Scottish Women’s Hospitals nach Serbien. Dort arbeitete sie vor allem als Administratorin und Organisatorin von Lazaretten – nicht, wie oft verkürzt dargestellt, als ausgebildete Krankenschwester. Später koordinierte sie eine motorisierte Transporteinheit mit Ambulanz- und Versorgungsfahrzeugen.

Serbien und der Rückzug

Haverfield erlebte die Versorgung Verwundeter und den serbischen Rückzug unter extremen Bedingungen. Gemeinsam mit Flora Sandes sammelte sie anschließend Mittel für serbische Soldaten und Kriegsgefangene. Ihre Arbeit machte sie in Serbien zu einer bis heute erinnerten Persönlichkeit.

Hilfe für Kinder

Nach Kriegsende kehrte sie mit ihrer langjährigen Partnerin Vera Holme nach Serbien zurück. In Bajina Bašta beteiligten sie sich am Aufbau von Hilfsangeboten für verwaiste und notleidende Kinder. Die erhaltenen Unterlagen zu dieser Arbeit befinden sich heute unter anderem in der Women’s Library der London School of Economics.

Tod und Erinnerung

Evelina Haverfield starb im Alter von 52 Jahren in Bajina Bašta an einer Lungenentzündung. Sie wurde dort auf dem Friedhof der Kirche des Heiligen Elias beigesetzt. Ein später errichtetes Gesundheitszentrum trug ihren Namen; 2015 ehrte Serbien sie gemeinsam mit weiteren britischen Helferinnen auf einer Briefmarkenserie.

Haverfield Ville

Historische Inspiration,
fiktive Erzählung.

Unser Projekt übernimmt Evelina Haverfields Namen und Motive ihres sozialen Engagements. Die Stadtgründung, das Sanatorium und die Ereignisse in Haverfield Ville gehören jedoch zur fiktiven Welt des Servers. Diese Seite beschreibt bewusst die reale Person hinter dem Namen.

Quellen & Vertiefung

Historische Spuren.

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